Zahlen und Fakten

Geoinformationstechnologien spielen für viele Entscheidungsfindungen und Prozessoptimierungen eine zentrale Rolle: Ein Großteil der Entscheidungen im öffentlichen und privaten Leben weist einen raumbezogen Charakter auf. Bei der Steigerung der Effizienz von Logistik und Landwirtschaft, im Bereich der Verteidigung, der Weltraumforschung, im Umweltschutz, bei der Routen- und Einsatzplanung, der Kriminalanalyse, bei der Auswahl von Standorten für erneuerbare Energien, beim Schutz ökologisch wertvoller Räume aber auch im Freizeit und Tourismusbereich werden Geodaten verwendet.

Bereits etwa 25.000 Unternehmen sind in Deutschland im Bereich Geoinformationssysteme tätig. Ein besonderes Cluster bildet hierbei der Raum Berlin/Brandenburg mir circa 2.000 Unternehmen - die meisten davon KMUs. Auch zahlreiche Großunternehmen wie SAP und Google investieren in diesen Bereich. Bei Innovationsprozessen und Produktentwicklungen spielt das Thema Crowdfunding dabei eine entscheidende Rolle. Lesen Sie hier mehr über die Branche.

Was sind Geodaten

Geodaten sind digitale Informationen, denen eine genaue räumliche Lage auf der Erdoberfläche zugewiesen werden kann. Sie können Primärdaten oder weiter bearbeitete Sekundärdaten sein. Von besonderer Bedeutung sind Metadaten, welche die Raumdaten weiter beschreiben und zum Beispiel zeitlich verorten. 
Von der Wanderkarte, über die Fahrrad-App bis zum Navigationssystem im Auto – all dies sind Beispiele für Geodaten. Solche Daten gibt es aber nicht nur für private Anwender: Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung nutzen komplexe Geoinformationssysteme um Prozesse zu optimieren, Infrastruktur- und Baumaßnahmen zu planen, Frachttransporte zu organisieren oder den Weltraum zu erkunden.

Zu Geodaten gehören solche, die einen Raumbezug herstellen, wie sie von den Vermessungsverwaltungen der Länder oder der Kommunen bereitgestellt werden sowie Geofachdaten, die aus unterschiedlichen Fachdatenbanken stammen. Sie werden in einem Geoinformationssystem geführt, das bei internetbasierten Systemen durch einen Geobrowser erschlossen werden kann.

Eine weitverbreitete Objektmodellierung in Geoinformationssystemen (GIS) ist es, derartige Objekte einerseits mit ihrer geometrischen Form (shape), andererseits mit der zugehörigen Sachinformation (Attribute) abzulegen. Letztere können sich auch mit einer Referenz auf das geometrische Objekt beziehen. Theoretisch gibt es keine Beschränkung in der Dimension der geometrischen Form. Auch die Zeit wird oft als Dimension verwendet, etwa bei Messreihen oder Fernerkundungsdaten verschiedener Zeitpunkte.

Beschäftigte und Potentiale

Die Geodatenbranche gliedert sich entlang der Wertschöpfungskette von den Produzenten der Geodaten, zu großen Teilen die öffentliche Hand, über Verwerter und Veredler bis hin zu Unternehmen und Einrichtungen, welche auf die Analyse der Daten spezialisiert sind.

Das Marktvolumen der Geoinformationsbranche in Deutschland wird auf 40 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt (Quelle: Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik). Die Bedeutung der Branche nimmt zu, denn in der räumlichen Komponente von Daten steckt enormes wirtschaftliches Potential. Der Markt der Geoinformationen zählt somit zu den Wachstumsmärkten.

Rund 300.000 Beschäftigte arbeiten laut Schätzungen des Verbandes aktuell in der Geodatenbranche, – prognostiziert werden rund 5.000 neue Jobs pro Jahr (Quelle: Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik). Die größte deutsche Branchenmesse, die INTERGEO, findet im Jahrestakt statt und verzeichnete 2014 rund 16.000 Besucher. Die INTERGEO 2015 findet vom 15.-17. September in Stuttgart statt.

Wissenschaft und Forschung

Insgesamt gibt es rund 250 Studiengänge, die im Bereich Geografie angesiedelt sind. Jährlich werden Projekte, die Geodaten bereitstellen, in Deutschland mit rund 450 Mio. € öffentlich gefördert (Quelle GIS Report 2014/15). Ausführliche Informationen für Studieninteressierte sind hier zu finden: