Parlamentarisches Mittagessen

In seiner Einführung betonte Dr. Peter A. Hecker, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender GEOKomm, die gegenwärtige Bedeutung von Geoinformationen, nicht nur aus der ökonomischen Perspektive, sondern auch in der Zivilgesellschaft. Geoinformationen können beispielsweise in der Medizin oder im Katastrophenschutz lebensrettend sein.

Ortsbezogene Informationen in Form von Geodaten haben als digitaler Rohstoff mittlerweile in fast allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen Eingang gefunden. Geoinformationen spielen eine wichtige Rolle in Unternehmensprozessen. Dabei ist sie ein wesentlicher Baustein der Digitalisierung, der aufgrund seiner Querschnittsfunktion zu einer ganzheitlichen Informations- und Kommunikationsinfrastruktur beitragen wird. Verfügbarkeit und Zugänglichkeit des Rohstoffs Geoinformation sind Voraussetzungen für die Initiierung von Wertschöpfungsprozessen sowie der Umsetzung und Optimierung von Digitalisierungsprozessen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr (BMVI) und digitale Infrastruktur, Dorothee Bär, betonte ebenfalls in ihrem Grußwort die Bedeutung der Geoinformationswirtschaft für die Digitalisierung an. In der Politik hat es lange gedauert mit der Einsicht, dass die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken ist, denn eine erfolgreiche Industrienation ist nicht automatisch eine erfolgreiche „Digitalnation“. Das BMVI möchte in diesem Prozess unterstützend mitwirken, unter anderem durch den mFUND, einen Förderfonds für die frühe Entwicklung digitaler Innovationen im Bereich Mobilität.

Anschließend hielt Professor Emmanuel Müller, der eine Kooperationsprofessur des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ mit dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) an der Universität Potsdam innehat, einen Vortrag zum Thema „Big Data Analytics“. Prof. Müller leitet am HPI das Fachgebiet Knowledge Discovery und Data Mining. Das Ziel bei der Analyse von großen Datenmengen ist das Erkennen von neuen, unbekannten und unerwarteten Mustern, aus denen Entscheidungen abgeleitet werden können. Das HPI entwickelt neue Methoden zur Datenanalyse, unter anderem zur Selektion von relevanten Attributen in hochdimensionalen Datenbanken. Solche Techniken zur „Big Data Analytics“ stoßen bei Anwendern aus Wissenschaft und Wirtschaft zunehmend auf Interesse, denn der Wunsch, aus sehr großen Datenbeständen interessante Zusammenhänge zu extrahieren, ist sehr groß.

Nach dem Vortragsprogramm bot das Mittagessen eine ideale Gelegenheit zum Gedankenaustausch und Networking. Das Ziel der Veranstaltung wurde erreicht: Den Austausch der „Stakeholder“ zu fördern und die Bedeutung von Geoinformationen in Wirtschaft und Gesellschaft in der Politik hervorzurufen.