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Agrarüberwachung aus dem All  

GEO-INFORMATIONSDIENST SIEDELT SICH IN DER MARK AN / 140 JOBS GEPLANT
GERALD DIETZ
 
 
28-05-04

BRANDENBURG/H. Berlin-Brandenburg etabliert sich zunehmend als Standort für Unternehmen zur Verwertung von Geo-Daten über die Beschaffenheit der Erdoberfläche und der Atmosphäre. Das Münchener Unternehmen Rapideye AG will einen satellitengestützten Geo-Informationsdienst mit Daten vorwiegend aus der Landwirtschaft in Brandenburg/Havel aufbauen. Insgesamt sollen mehr als 120 Millionen Euro innerhalb der kommenden drei Jahre investiert und 140 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Fünf Satelliten des Unternehmens sollen in den Orbit geschossen und von Brandenburg aus kontrolliert werden. "Mit den Satelliten können wir jeden beliebigen Punkt der Erdoberfläche einmal täglich erfassen", sagt Rapideye-Vorstand Wolfgang Biedermann. Die Daten sollen in Brandenburg für potenzielle Auftraggeber wie etwa Agrarversicherungen oder die Europäische Union aufbereitet werden. Eine Versicherung könnte so mit Hilfe der hochauflösenden Kameras feststellen, wie stark ein Feld bei einem Unwetter zerstört wurde. Die EU könnte erkennen, in welchem Umfang subventionierte Pflanzen wirklich angebaut werden.

Dem Land ist die Ansiedlung laut EU-Genehmigung Fördermittel in Höhe von 37 Millionen Euro wert. Zudem gewähren Brandenburg und der Bund eine Bürgschaft in Höhe von 63 Millionen Euro. "Die Ansiedlung ist ein wichtiger Baustein auf unserem Weg, zu einem bedeutenden Luft- und Raumfahrtzentrum in Deutschland zu werden", sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Die Investition werde Unternehmen weit über Brandenburg hinaus die Chance geben, ihre Leistungsfähigkeit in der Geräteproduktion für den Weltraumeinsatz zu zeigen, so der Koordinator für Luft- und Raumfahrt beim Bundeswirtschaftsministerium, Ditmar Staffelt.

Rapideye arbeitet laut Biedermann zur Finanzierung des Vorhabens unter anderem mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Commerzbank zusammen. Beteiligt an dem Unternehmen sei die Vereinigte Hagelversicherung. Wirtschaftliche Verflechtungen gebe es auch mit dem kanadischen Raumfahrt-Unternehmen MacDonald Dettwiler, die mit dem Bau der Satelliten beauftragt werden sollen, sagte Biedermann. Rapideye selbst sei eine Ausgründung der Münchner Raumfahrt-Firma Kayser-Threde GmbH. Die mit Beobachtungstechnik ausgestattenen Kleinstsatelliten sollen mit russischen Raketen in eine Höhe von 600 Kilometer transportiert werden.

Rapideye werde zunächst mit sieben Beschäftigten im Brandenburger Technologiezentrum seine Arbeit aufnehmen, so Biedermann. Grund für die Standortwahl sei die hohe geowissenschaftliche Kompetenz in der Region, die sich etwa an dem Potsdamer Geoforschungszentrum zeige.

ID: 172765

Quelle: www.maerkischeallgemeine.de



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