Verband der GeoInformations-
  wirtschaft Berlin/Brandenburg
  e.V.
Archiv 2004  
Workshop Infrastrukturentwicklung  

3. Workshop der GEOkomm-Veranstaltungsreihe zur „Aktivierung des GeoInformationsmarktes“
 
 
16-02-2004

Wie zu den beiden vorangegangenen Workshops konnten auch zum Workshop „Infrastrukturentwicklung“, den GEOkomm im Rahmen seiner Veranstaltungen zur Aktivierung des GeoInformationsmarktes durchführte, über 100 Teilnehmer aus Wirtschaft; Wissenschaft und Verwaltung begrüßt werden.



Der unter Schirmherrschaft des Berliner Wirtschaftssenators Harald Wolf stehende Workshop fand am 11. Februar 2004 im repräsentativen Wappensaal des Roten Rathauses in Berlin statt.

Staatssekretär Volkmar Strauch hob in seinem Grußwort das hohe wirtschaftliche Potenzial von GeoInformationen hervor und unterstrich die Notwendig-
keit, durch gemeinsame Anstrengungen von Politik, Verwaltung und Wirtschaft bessere Rahmenbeding-
ungen für die Nutzung dieses Potenzials zu schaffen.

Der 3. Workshop baute auf den Ergebnissen der vorangegangenen Workshops „Marktteilnehmer“ und „eGovernment“ auf, deren Ergebnisse in einer „Zwischenbilanz der GEOkomm-Initiative zur Aktivierung des GeoInformationsmarktes“ vorgelegt wurden.

In Weiterführung dieser Workshopreihe standen diesmal vor allem die ideellen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt.

Rechtsanwalt Dr. Timothy Krüger befasste sich in seinem ausgezeichneten Referat mit der vielschichtigen Frage, ob Internet- und Urheberrecht die Verwertung von GeoInformationen der Öffentlichen Hand beschränken. Ausgehend von unterschiedlichen Rechtsprechungen und den Grundlagen des Urheberschutzes schlug er den Bogen bis zu Nutzungsbedingungen und den aktuellen Rechtsgrundlagen in Berlin und Brandenburg.
Ein zweiter großer Komplex, der auch in der Diskussion breiten Raum einnahm, befasste sich mit den Fragen des Datenschutzes. Eine präzise Einführung dazu gab Jürgen Müller, Referatsleiter beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz. Ergänzt wurden seine Ausführungen in der Diskussion durch Statements von Volker Brozio, Mitarbeiter des Berliner Datenschutzbeauftragten und Sven Hermerschmidt, Mitarbeiter des Brandenburger Datenschutzbeauftragten. Ein wesentliches Ergebnis der Diskussion war die Erkenntnis, dass in der aktuellen Situation der pauschalisierte Verweis auf Datenschutzbelange zu unnötigen Zugangs- und Nutzungsbeschränkungen für GeoInformationen führt.

So wäre bei einer differenzierten Anwendung der Gesetze aus der Sicht des Datenschutzes bereits heute eine höhere Freizügigkeit möglich, die im übrigen durch Fachgesetze untersetzt werden kann.
Die große Aktualität dieser Themen zeigte sich in der anschließenden Diskussion, die sehr lebhaft geführt wurde. Wesentlichen Anteil am Gelingen dieses Workshops hatte auch das Redaktionsteam, das mit Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft für eine repräsentative Vorbereitung der Themen sorgte. Ihm gehörten an:

Dr. Peter A. Hecker    (Vorsitzender des GEOkomm-Vorstandes)
Frank Iden    (Mitglied des GEOkomm-Vorstandes)
Franz Blaser    (Ministerium des Innern Brandenburg)
Ralf Strehmel    (Ministerium des Innern Brandenburg)
Falko Liecke    (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen Berlin)
Rüdiger Meyer    (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin)
Dr. Joachim Wächter    (GeoForschungsZentrum Potsdam)
Volker Brozio    (Beauftragtes des Landes Berlin für Datenschutz und Informationsfreiheit)
Sven Hermerschmidt    (Beauftragter des Landes Brandenburg für Datenschutz und Akteneinsicht)
Dr. Wolfgang Adrian    (als Moderator)

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Vortrag von Michael Kuhlmann (Handelskammer Hamburg) über „MUSIS – das multifunktionale Informationssystem der Handelskammer Hamburg“. Herr Kuhlmann demonstrierte überzeugend, wie durch eine Kombination aus persönlichem Engagement und dem Einsatz von Geodaten Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklungsplanung effektiv miteinander zu verbinden sind. Er machte aber auch deutlich, dass auch hier durch den pauschalisierten Hinweis auf Datenschutzbelange wesentliche Potenziale ungenutzt bleiben.

Die ersten Reaktionen der Teilnehmer auf den Workshop „Infrastrukturentwicklung“ waren überwiegend positiv. Die kritischen Hinweise werden wir bei den weiteren Veranstaltungen berücksichtigen.



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