Verband der GeoInformations-
  wirtschaft Berlin/Brandenburg
  e.V.
GEOkomm/NACHRICHTENARCHIV  
Für Geodaten gibt es einen Markt mit Zukunft  

In Brandenburg konzentriert sich das Expertenwissen / Branchenverband gegründet
 
 
28-02-03

 

POTSDAM. Wenn im September die Firma Toll Collect von ihrer technischen Zentrale in Potsdam aus für Hunderttausende von Lastkraftwagen auf deutschen Autobahnen die geplante Lkw-Maut berechnet, ist sie im hohen Maße auf Geodaten angewiesen. Ohne solche geografischen Informationen - etwa über Streckenlängen - lassen sich die Gebühren nicht ermitteln. Auch für andere Bereiche wie etwa den Betrieb von Navigationssystemen, die Bewertung von Immobilien oder die Planung von Mobilfunknetzen sind Geodaten unerlässlich.

Daten zu Vermessungen, zum Wetter oder auch Verkehr seien Grundlage für die Entwicklung neuer Produkte, sagte der Potsdamer Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) jetzt anlässlich der Gründung des neuen Verbandes der Geoinformationswirtschaft Berlin/Brandenburg (Geokomm) in Potsdam. Brandenburg könnte sich wegen zahlreicher hier ansässiger geowissenschaftlicher Institute zu einem führenden Zentrum der Vermarktung solcher Informationen entwickeln. "Das Geoforschungszentrum, das Institut für Klimafolgenforschung, das Astrophysikalische Institut oder auch die Geowissenschaftler. der Universität sind renommierte Kooperationspartner für Unternehmen der Branche", sagte Junghanns.

   Es gelte nun, die Zeichen der Zeit richtig zu verstehen, um mit Geoinformationen weiteres wirtschaftliches Wachstum zu erreichen. Der neue Verband vertritt bereits heute 17 in Brandenburg ansässige. Unternehmen, die rund 1500 Arbeitsplätze stellen und 210 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. "Wir haben sehr gute Aussichten in diesem Markt Vorreiter zu werden", sagte auch der Hauptgeschäftsführer der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK) Peter Egenter. Die Branche zeichne sich durch einige große, aber vor allem viele kleinere und mittelständische Unternehmen aus, in denen zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

"Der Forschungshintergrund hier ist so groß wie nirgendwo sonst in Deutschland", sagte Geokomm-Vorstandschef Peter Hecker. Der neue Verband habe sich zum Ziel gesetzt, durch den Aufbau von Netzwerken zwischen Firmen und wissenschaftlichen Institutionen die vorhandenen Potenziale voll auszuschöpfen. Im neuen Verband seien sowohl Wirtschaft als auch Wissenschaft vertreten. Politik und Verwaltung will Geokomm beim Aufbau der Infrastruktur behilflich sein. gd

(Märkische Allgemeine Zeitung 28.02.2003)




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