Eine detailgenaue Simulation verschiedener Hochwasserereignisse kann das GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam anhand von Geoinformationen erstellen. Eine Gemeinde kann nur gezielt Vorsorgemaßnahmen treffen. Risikokarten wie diese werden angesichts der verheerenden Wetterkapriolen der vergangenen Jahre für Ämter und Versicherungen immer interessanter. Andere Anwendungen auf Geodaten-Basis haben längst Einzug in den Alltag gehalten - wie Navigationssysteme in Autos. Die Geoinformationswirtschaft gilt daher als Branche mit erheblichen Wachstumspotenzial weltweit - und die Region Potsdam will von diesem Kuchen ein großes Stück abhaben.
In den vergangenen Jahren haben sich in Berlin, Potsdam und Umgebung immer mehr Unternehmen und Forschungsinstitute angesiedelt, die sich mit Geodaten beschäftigen. An der Universität Potsdam können junge Menschen Geoinformatik studieren. Nirgendwo in Deutschland gebe es eine vergleichbare Dichte an Einrichtungen, die Geodaten beschaffen und verarbeiten, sagt der Vorstandschef des Verbandes der Geoinformationswirtschaft Berlin/Brandenburg (GEOkomm), Peter Hecker. Für Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sind Technologien wie die Geoinformationssysteme die Zukunftschance für Brandenburg. Große Fertigungsstätten würden sich auf absehbare Zeit in der Mark nicht mehr ansiedeln, denn die Investoren fänden östlich der Oder günstigere Bedingungen vor. Brandenburg müsse daher auf Innovationen setzen, die im internationalen Wettbewerb mithalten könnten. Ein gutes Beispiel dafür liefere die Geoinformationswirtschaft.
Wie viele Firmen der Branche sich inzwischen in der Region angesiedelt haben, weiß keiner so genau. Die größten 17 Unternehmen haben sich vor kurzem im Verband GEOkomm zusammengeschlossen. Sie erwirtschaften zusammen rund 210 Millionen Euro pro Jahr und beschäftigen insgesamt 1500 Menschen.
(Sonderbeilage der PNN: 23.05.2003)
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