Verband der GeoInformations-
  wirtschaft Berlin/Brandenburg
  e.V.
GEOkomm/NACHRICHTENARCHIV  
Neues Netzwerk für Wachstumsbranche Geoinformationswirtschaft  

„Kompetenznetzwerk Geoinformationswirtschaft“
 
 
14-09-05

Pressemitteilung zum Download

Die Geoinformationswirtschaft in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg wird durch ein neues Netzwerk unterstützt. Im „Kompetenznetzwerk Geoinformationswirtschaft“ haben sich 10 Unternehmen der Branche, wissenschaftliche Einrichtungen und der Verband GEOkomm e.V. mit Unterstützung der ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg zusammengeschlossen. Das Netzwerk hat sich die Aufgabe gesetzt, durch eine Zusammenführung von Kompetenzen und innovativem Potenzial der Region mit neuen Produkten auch internationale Märkte zu erobern. Ein wichtiger Baustein dafür ist die enge Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Dadurch kann die Branche ihre Wachstumspotenziale besser ausschöpfen.

Die Geoinformationswirtschaft ist eine der 16 Wachstumsbranchen in der Neuausrichtung der Brandenburger Wirtschaftsförderung. Ansässige Unternehmen der Branche und Neuansiedlungen an Schwerpunktorten erhalten für Investitionen ab 2006 eine besondere Potenzialförderung. Darüber hinaus besteht seit Inkrafttreten des 34. GA*-Rahmenplanes zum Jahresbeginn 2005 erstmals die Möglichkeit, Kooperationsnetzwerke zu fördern. Eine Unterstützung des „Kompetenznetzwerks Geoinformationswirtschaft“ aus der GA-Netzwerkförderung ist beabsichtigt.

Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns: „In der Hauptstadtregion sind etwa 600 kleine und mittlere Unternehmen mit rund 2.200 Mitarbeitern auf dem Geoinformationsmarkt tätig. Zudem zeichnet sich die Region – hier speziell Potsdam - durch ein leistungsfähiges Forschungsumfeld im Bereich der Geoinformation aus. Die Netzwerkbildung ist ein wichtiger Schritt, um diesen Standortvorteil effektiv zu nutzen, Wachstum und Innovationskraft der regionalen Wirtschaft zu unterstützen. Mit der neuen Möglichkeit der Netzwerkförderung verfügen wir über ein Instrument, um den Aufbau landesweit agierender Netzwerke in unseren Wachstumsbranchen weiter voranzutreiben.“

* (GA = Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur)
Innenminister Jörg Schönbohm: „Die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wirtschaft in der Geoinformationswirtschaft - auch über die Landesgrenzen hinaus - ist aus meiner Sicht für Brandenburg von erstrangiger Bedeutung. Mit dem Betrieb der Geodateninfrastruktur im Land Brandenburg werden öffentliche Geodaten zu marktfördernden Preisen und Nutzungsbedingungen auch für die Unternehmen zur Verfügung stehen. Wir wollen dabei Kommissionsmodelle entwickeln, die den Unternehmen eine Refinanzierung ihrer Aufwendungen über die Nutzung und den Vertrieb der Geodaten ermöglichen. Einfacher und transparenter Zugriff, hohe Verfügbarkeit, gesicherte Qualität und Aktualität der Geodatenbestände werden deren wirtschaftliche Nutzung entscheidend verstärken.“

Dr. Peter A. Hecker, Vorsitzender des Verbandes der GeoInformationswirtschaft Berlin/Brandenburg e.V. (GEOkomm): „Das ‚Kompetenznetzwerk Geoinformationswirtschaft’ bietet die Chance für die Geoinformationsbranche, den kleinen regionalen Markt zu verlassen, und neue überregionale Geschäftsfelder auch in Kooperation mit anderen Industriezweigen aufzubauen. Ziel des Netzwerkes ist es, diese Kooperationen aktiv zu entwickeln und zu betreiben. So wird es möglich sein, durch Arbeitsteilung Kosten einzusparen sowie gemeinsam neue Geschäftsmodelle umzusetzen und innovative Lösungen zur Marktreife zu bringen. Die Partnerunternehmen und Forschungseinrichtungen bieten schon heute innovative Produkte und Dienstleistungen für den internationalen Markt an. Durch den Zusammenschluss im Netzwerk wird der Synergieverbund leistungsfähiger, zuverlässiger und insgesamt erfolgreicher. Die Bereitstellung der Daten der öffentlichen Hand bedeutet darüber hinaus Wirtschaftsförderung die den Steuerzahler nicht kostet. Darauf werden Mehrwerte generiert, die dann wiederum Umsatz- und Einkommensteuer bringen.“

Zur Information:

Was sind Geoinformationen und wem nützen sie?

Geoinformationen beschreiben Prozesse und Gegebenheiten auf, unter und über der Erdoberfläche. Diese Informationen werden in immer größerem Maße zum Rohstoff für neue informationstechnologische Produkte, Dienste und Anwendungen, wie z. B. Planungssysteme für die Innere Sicherheit, das Katastrophenmanagement, Standortmarketing oder Stadtinformationssysteme. Sie entwickeln sich in der modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft weltweit zu einem Wirtschaftsgut, das den beteiligten Branchen ein enormes Wachstumspotenzial ermöglicht.

In Marktstudien werden der Geoinformationswirtschaft gute Chancen zur Erschließung innovativer und lukrativer Märkte prognostiziert. Die Liste der bereits heute adressierten Anwendungsfelder umfasst z.B. die Versicherungswirtschaft, die Liegenschaftsverwaltung, das Marketing von Flächen und Immobilien, die Land- und Forstwirtschaft, die Verkehrstelematik, die mobile Kommunikation sowie die Überwachung und das Management von Versorgungsinfrastrukturen.

Die Geoinformationswirtschaft in Berlin-Brandenburg:

In Berlin und Brandenburg liegen umfangreiche Geodatenbestände auf einem hohen technischen und organisatorischen Niveau vor. Die in der Hauptstadtregion ansässigen Unternehmen der Geoinformationswirtschaft sind in der Hauptsache auf die Herstellung von Geoinformationsprodukten und -dienstleistungen ausgerichtet. Die Bandbreite der Geschäftsfelder reicht von Vermessungsingenieurbüros bis hin zu internetbasierten Geodaten-Serviceprovidern.

Die Region zeichnete sich durch ein besonders leistungsfähiges Forschungsumfeld im Bereich der Geoinformation aus. Dazu gehören Universitätsinstitute, Hochschulen und international renommierte Forschungseinrichtungen wie beispielsweise das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam (HPI), das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), das Institut für Geographie der Universität Potsdam, das Institut für Landschafts- und Umweltplanung an der TU Berlin, das Fachgebiet Computer Vision and Remote Sensing des Instituts für Technische Informatik und Mikroelektronik der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der TU Berlin oder die Abteilung Geomatik der Humboldt-Universität Berlin mit den Themenfeldern Geo-Informationssysteme (GIS), Kartographie und Geofernerkundung.

Nirgendwo in Deutschland gibt es konzentriert so viele Fakultäten, Lehrstühle und Forschungseinrichtungen, die sich mit diesem Thema befassen. Neben den Potenzialen für Forschung und Entwicklung begründet dies eine hohe Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte.

Der Verband der GeoInformationswirtschaft Berlin/Brandenburg GEOkomm e.V.

Im November 2002 wurde der „Verband der GeoInformationswirtschaft Berlin/Brandenburg GEOkomm e.V.“ als gemeinnütziger Verein gegründet. Ihm gehören kleine und mittlere Unternehmen aus der Hauptstadtregion an, aber auch international agierende Großunternehmen der Branche. Vervollständigt wird das Profil durch Forschungseinrichtungen der Geowissenschaften und Geoinformatik sowie Vertreter aus Landesbehörden und weitere Akteuren, die sich für die Stärkung der regionalen Geoinformationswirtschaft einsetzen. Der Verband umfasst gegenwärtig 38 Mitglieder.

Die Vernetzung von Kompetenzen der Geoinformationswirtschaft ist ein Hauptanliegen des Verbandes. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass dieser Teil der Verbandsarbeit nur durch eine Institutionalisierung erfolgreich geleistet werden kann.

Um Marktpotenziale für die Geoinformationswirtschaft zu erschließen, ist es notwendig:
  • Akteure auf den erforderlichen Wertschöpfungsstufen zu identifizieren und zusammenzubringen,
  • kooperative Geschäftsmodelle und Erlösstrukturen zu entwickeln,
  • die Integration der Potenziale der Grundlagenforschung systematisch zu unterstützen,
  • Anforderungen an geoinformationsbasierte Mehrwertdienste, technische Infrastrukturen und Forschungsfelder zu definieren.
Ein an diesen Zielen orientiertes Netzwerk wird die bestehenden Kooperationsbeziehungen qualitativ und quantitativ verbessern und neue Wachstumspotenziale für die Geoinformationswirtschaft in Berlin-Brandenburg schaffen.

Quelle: www.berlinews.de




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