Verband der GeoInformations-
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GEOkomm/NACHRICHTENARCHIV  
Tsunami Frühwarnsystem  

Potentiale für Kooperationen zwischen dem GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) und der regionalen Wirtschaft
 
 
01-03-05

Am 16. Februar 2005 fand in der ZAB Zukunftsagentur Brandenburg ein Workshop zum Thema „Tsunami-Frühwarnsystem“ statt. Veranstalter waren die ZukunftsAgentur Brandenburg und der Verband GEOkomm e.V. (Verband der GeoInformationswirtschaft Berlin/Brandenburg) in Zusammenarbeit mit dem GFZ Potsdam.

Das GFZ Potsdam stellte das von ihm entwickelte Modell des Tsunami-Frühwarnsystems vor. Ein Ziel des Workshops war es potenzielle Partnerschafts- und Kooperationsmöglichkeiten und Know-how-Träger der regionalen Wirtschaft mit fachlich geeigneten Produkten und Verfahren an das GFZ heranzuführen.

Das GFZ Potsdam hat seine prinzipielle Bereitschaft erklärt, mit brandenburgischen Unternehmen bei der technologisch und datenlogistisch anspruchsvollen Systemerstellung zu kooperieren.

„Brandenburger Unternehmen erhalten so die Möglichkeit, ihr Leistungsspektrum mit Blick auf dieses technologisch anspruchsvolle Projekt zu prüfen. Der Workshop bietet ihnen dafür die geeignete Informationsplattform. Dies dokumentiert zugleich die enge Verzahnung von Forschung und Wirtschaft im Land.“, erklärte Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns.

Das Bundeskabinett hatte am 5. Januar beschlossen, das GFZ Potsdam mit der Entwicklung eines Konzeptes für ein Frühwarnsystems zu beauftragen. Das Tsunami-Frühwarnsystem ist Teil eines umfassenden Frühwarnsystems, das auch andere Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche erfassen soll. Das GFZ Potsdam, Mitglied im Branchenverband GEOkomm e.V., zählt bei der Frühwarntechnologie zu den weltweit führenden Instituten. Das jetzt vorgestellte System integriert terrestrische Beobachtungsnetze der Erdbebenkunde (Seismologie) und der Vermessungskunde (Geodäsie) mit neusten Messverfahren und Satellitenbeobachtungen. Die Stationen und Bojen erfassen auftretende Seebeben durch damit einhergehenden erhöhten Wasserdruck und Wellenbewegungen. Diese Daten werden über Satellit automatisch an einen Zentralrechner übertragen und sollen in Form so genannter Echtzeit-Warnungen dezentrale Datenzentren in den betroffenen Ländern informieren.

„Das Tsunami-Warnsystem basiert auf einem Konzept der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und wurde federführend unter meiner Leitung erstellt.“, erläutert Professor Rolf Emmermann, Vorstandsvorsitzender des GFZ Potsdam. „Als Wissenschaftsbotschafter des Landes Brandenburg würde ich mich sehr freuen, wenn sich Firmen aus Brandenburg bei der Realisierung des Konzepts einbringen könnten.“

Ein Problem betrifft die Sensoren, der im indischen Ozean ausgesetzten Mess-Bojen. Sie sollen einen außergewöhnlichen Anstieg des Meeresspiegels sofort registrieren, müssen aber den normalen Wellengang aus ihren Messungen herausrechnen können. Hier ist das Know-how der innovativen Mittelständler gefragt. Eine weitere große Aufgabe ist der Aufbau regionaler Rechenzentren in den betroffenen Ländern. Dort sollen die gesammelten Daten schnell ausgewertet und z.B. Rettungskräfte alarmiert werden.

Der Workshop sollte aufzeigen, dass mit dem GFZ nicht nur Spitzenforschung in Brandenburg beheimatet ist, sondern auch exzellente Kompetenz auf Seiten der regionalen Wirtschaft vorliegt, die in vielen der für ein solches System benötigten Technologiebereichen Anknüpfungspunkte bietet. „Dieser Workshop ist für die ZAB ein weiteres Modell für praktizierten Technologietransfer im Land Brandenburg, der sich auf andere Bereiche übertragen lässt.“, so Professor Schulze, Geschäftsführer der ZAB und Dr. Peter A. Hecker, Vorstandsvorsitzender des GEOkomm e.V.

Für die Konkretisierung über die Beitragsmöglichkeiten der regionalen Wirtschaft zum Frühwarnsystem sind weitere fachspezifische Workshops in Planung. Das GFZ will dann auch seine Position zu Kooperationsvorhaben präzisieren.

Quellen: GEOkomm, BerliNews, RBB, ZAB




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