 |
 |
 |
 |
 |

Verband der GeoInformations- wirtschaft Berlin/Brandenburg e.V. |
GEOkomm/NACHRICHTENARCHIV
|
 |
|
| Von 10 auf 140 Mitarbeiter |
 |
|
Rapideye sucht Fachleute für "fliegende Kühlschränke"
|
 |
|
|
|
04-11-04
|
KLAUS D. GROTE
Sebastian Reitenbach hat seinen Traumjob gefunden. Nach dem Informatikstudium an der Fachhochschule Brandenburg ist der 27-Jährige jetzt System- und Netzwerkadministrator bei Rapideye. Das 1998 in München gegründete Unternehmen arbeitet seit September im Technologie- und Gründerzentrum (TGZ). Sieben Leute sind aus Bayern mit nach Brandenburg gekommen. Drei neue Verträge wurde inzwischen abgeschlossen. Zehn weitere Stellen sind im Moment offen.
140 Arbeitsplätze haben die Geschäftsführer versprochen. Allerdings werden die hoch qualifizierten Beschäftigten auch im Ausland gesucht. "Wir müssen die Sprache, die Anforderungen und die lokalen Kenntnisse unserer Kunden kennen", sagt Geschäftsführer Wolfgang Biedermann. Und die Kunden von Rapideye sind auf der ganzen Welt.
Die Firma plant eine satellitengestützte Erdbeobachtung, die bislang eher öffentlichen Instituten vorbehalten war. Rapideye geht aber auch Kooperationen ein, zum Beispiel mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum und dem Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam. Und auch mit den Informatikern der Fachhochschule ist eine Zusammenarbeit geplant. Zudem will sich der SPD-Europaabgeordnete Norbert Glante, der Rapideye gestern besuchte, für eine Zusammenarbeit mit der europäischen Raumfahrtbehörde ESA stark machen. Die Geowissenschaftler erhalten kostenlos Satellitenbilder von Deutschland, die in dieser Qualität und Fülle für das GFZ gar nicht bezahlbar wären. Dafür bekommt Rapideye 37 Millionen Euro Fördergelder von Bund und Land. Insgesamt werden 150 Millionen Euro investiert.
Noch sieht man dem kleinen Start-Up-Unternehmen seine großen Ziele nicht an. Zwei Büroräume sind im TGZ belegt. Die beiden Geschäftsführer halten aber längst Ausschau nach einem neuen Standort. "Am liebsten zentral und in Bahnhofsnähe", sagt Frederik Jung-Rothenhäusler. Denn trotz der Schwärmerei der beiden Neu-Brandenburger für die Havelstadt ist ihnen auch klar, dass sie nur mit der Nähe zu Berlin die spezialisierten Fachkräfte locken können.
Irgendwann könnten über 200 Menschen bei Rapideye arbeiten, sagt Wolfgang Biedermann. Vorher müssen die fünf Satelliten zur Erdbeobachtung in den Himmel. 2007 sollen die mit Kameras aus Jena bestückten Trabanten mit umgebauten SS20-Raketen von Russland in den Himmel geschossen werden. Die nur einen Meter breiten Kleinsatelliten sehen aus wie "fliegende Kühlschränke", sagt Biedermann. Viel zu sehen gibt es für Laien bei Rapideye ohnehin nicht. Die Daten aus dem All werden an Stationen überall auf der Welt heruntergeladen. In Brandenburg kommt lediglich die Rückmeldung über den Zustand der Himmelstechnik direkt an. Dafür wird der Aufbau einer dreieinhalb Meter großen Parabolantenne nötig. "Auf den Neustädtischen Markt können wir damit nicht", scherzt der Schwabe Jung-Rothenhäusler.
Die Satelliten sollen detaillierte Bilder der Erdoberfläche liefern und vor allem im landwirtschaftlichen Bereich Anwendung finden: Bauern können sich über Wachstumsfortschritt oder Schädlingsbefall informieren, Versicherungen Hagelschäden erkennen oder Behörden genaue Flurkarten entwickeln. Weil das Betroffene in Ohio (USA) genauso interessiert wie in Frankreich oder Mecklenburg ist die Arbeitssprache bei Rapideye generell Englisch - schon jetzt.
Quelle: MaerkischeAllgemeine.de www.maerkischeallgemeine.de
Weiteres zu Rapideye
|
|
 |
|
|
|
|
|